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Juri Andruchowytsch

Der ukrainische Dichter, Prosaautor und Essayist Juri Andruchowytsch wurde 1960 in Stanislav (Ukraine) geboren. Er ist einer der angesehensten Autoren der Ukraine und zugleich ein radikaler Erneuerer der ukrainischen Literatur seit Mitte der 1980er. Die Dichtergruppe Bu-Ba-Bu (Burlesque-Blaster-Buffoonery) wurde durch ihn, Viktor Neborak und Olexandr Irvanets gegründet. Sie begruben den akzeptierten Standard des sozialistischen Realismus.

 

Andruchowytschs Gedichte, enthalten in den Bänden »Nebo i ploschtschi« (»Himmel und Plätze«, 1985), »Seredmistja« (»Downtown«, 1989) und »Exotytschni ptachy i roslyny« (»Exotische Pflanzen und Vögel«, 1991), können beschrieben werden als die erste Stufe seiner poetischen Reifung. Sie ist charakterisiert durch den Wechsel zwischen Postsymbolismus, Neoklassik und postmoderner Ästhetik. Nach dem dritten Buch erklärte Andruchowytsch: »Es ist kriminiell, nach dem 30. Lebensjahr noch Gedichte zu schreiben« - und unterschrieb einen Heiratsvertrag mit der Prosa.



Foto: Susanne Schleyer

Seitdem sind bereits vier Romane von Juri Andruchowytsch erschienen. Sie sicherten seine Reputation als erfolgreichster ukrainischer Prosaautor. Neben seiner eigenen, vielfach ausgezeichneten schriftstellerischen Arbeit (zuletzt mit dem Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung 2006) übersetzt Andruchowytsch aus der deutschen, englischen, polnischen und russischen Sprache ins Ukrainische, u.a. Gedichte von Rilke und Pasternak, aber auch Autoren der amerikanischen Beat Generation.

 

Publikationen: Juri Andruchowytsch: Das letzte Terriorium (Suhrkamp 2003), übersetzt von Alois Woldan; Mein Europa (zusammen mit Stasiuk, Andrzej; Suhrkamp 2004), übersetzt von Sofia Onufriv und Martin Pollack; Zwölf Ringe (Suhrkamp 2005), übersetzt von Sabine Stöhr; Moscoviada (Suhrkamp 2006), übersetzt von Sabine Stöhr